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Alter Wasserturm in Mladá Boleslav

Stará vodárenská věž, Autor: Martin Ledvina

Technische Denkmäler: Sonstige technische Denkmäler

Stará vodárenská věž, Autor: Martin Ledvina
Stará vodárenská věž, Autor: Martin Ledvina
Stará vodárenská věž
 

Vodkova 127
Mladá Boleslav, 293 01

Der alte Wasserturm in der Altstadt, der in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts erbaut wurde, ist heute der älteste erhaltene Teil des technischen Denkmals - des historischen städtischen Wasserversorgungssystems, eines der ältesten in Böhmen. Er diente mehr als 170 Jahre lang seinem Zweck.
 

Den ersten, noch hölzernen Wasserturm ließ 1496 Adam Tobischau von Cimburg auf den Festungswerken der Stadt unterhalb der Podstupenský-Mühle (Mühle unterhalb der Stufen) errichten. Er war Bestandteil der herrschaftlichen Wasserleitung. Als Trinkwasserquelle diente die aus einer Felsspalte gegenüber der Mühle fließende Quelle, von der sich die Belegschaft der Burg wie auch die Bewohner der ursprünglichen Siedlung unterhalb der Burg Wasser holten. Noch 160 Jahre nach der Verlagerung der Stadt auf einen Felsvorsprung mussten die Bewohner, um Wasser zu holen, unterhalb der Stadtmauer über einen steilen Hang auf primitiven Stufen, die der Quelle wie auch der Mühle den Namen gaben, hinabsteigen. Erst um 1494 wurde die herrschaftliche Wasserleitung errichtet. An die Mühle wurde ein Wasserwerk angebaut, in das die Quelle geleitet wurde. Die durch das Wasserrad angetriebene Pumpmaschine beförderte das Wasser bis in den Behälter im Wasserturm. Aus diesem floss es lange Zeit nur in zwei Brunnen – den städtischen und den Schlossbrunnen.

In den Jahren 1554-1555 reichte die herrschaftliche Wasserleitung für die Bedürfnisse der Stadt nicht mehr aus und deshalb begann Ernst Kraiger von Kraigk ihren Umbau, den dessen Söhne fertigstellten, einschließlich des Baus eines steinernen Wasserturms an der Stelle des ursprünglichen hölzernen. Seine Gestalt ist auf der bekannten Willenberg-Vedute der Stadt aus dem Jahr 1602 erfasst.

1721 stürzte der Wasserturm ein. Da Karl Kraiger von Kraigk den Wasserturm der Stadt 1576 für eine Dauerzahlung von 20 Schockgroschen jährlich übergeben hatte, wurde der neue Wasserturm auf Kosten der Stadt gebaut. Den Bau realisierte 1723 der Baumeister Nikolaus Rossi im Barockstil nach einem Projekt von Paul Ignaz Bayer.

An dieses Ereignis erinnert eine beschädigte und schlecht lesbare Gedenktafel über dem Eingang zum Turm.

Die städtische Wasserleitung wurde erst 1874 umgebaut. Für den Zustrom an Arbeitskräften vom Lande, die für die Industrie benötigt wurden, reichte die Wasserleitung nicht aus, sie war technisch veraltet und nicht gewartet. Das Wasserwerk wurde mit einer neuen Pumpmaschine ausgestattet, die hölzerne Wasserleitung in den Wasserturm und zu den Brunnen wurde durch eine gusseiserne ersetzt und das Treppenhaus und die Decke unter dem Behälter im Wasserturm wurden instandgesetzt. Die Wasserquelle blieb die Podstupenský-Quelle, die um einige neu aufgefangene Quellen ergänzt wurde.

Nach kurzer Zeit reichte das Fassungsvermögen des Speicherbehälters des Wasserturms trotz der hohen Kosten für die Rekonstruktion des Wasserwerks nicht mehr aus. Die Stadt beschloss, die Mühle zu kaufen, sie komplett für die Bedürfnisse des Wasserwerks umzubauen, einen neuen Sammelbrunnen und von diesem einen neuen abgedeckten Kanal ins Wasserwerk auszuschachten. Die wichtigste Entscheidung war, am höchstgelegenen Ort der Stadt einen neuen Wasserturm mit einem Behälter mit einem Fassungsvermögen von 200 m³ zu errichten.

Die Arbeiten wurden 1895 aufgenommen und ein Jahr später abgeschlossen. Die Wasserquelle blieb die Podstupenský-Quelle.

Diese reichte aber wegen ihrer geringen Kapazität schon bald nicht mehr für die Bedürfnisse der Stadt aus. Nach mehreren Typhusepidemien wurde durch eine Wasseranalyse noch deren hygienische Mangelhaftigkeit festgestellt.

Deshalb wurde 1906, nach vorherigen Untersuchungen und Qualitätsanalysen, im Choboty-Tal ein Schachtbrunnen mit einer ausreichenden Kapazität ausgeschachtet. Vor Ort wurden eine Pumpstation, eine Wohnung für die Bedienung, ein neuer Erdhochbehälter und ein Wasserzubringer zum Podstupenský-Wasserwerk gebaut.

Erst dann wurde die Podstupenský-Quelle, die den Bedürfnissen der Stadtbevölkerung seit Beginn des 11. Jahrhunderts gedient hatte, aufgegeben.

Während bei der Rekonstruktion der Ptácká Straße das Eingangsportal zum Sammelbrunnen instandgesetzt wurde, ist der alte Wasserturm, der sich in Privateigentum befindet, in einem baufälligen Zustand.

Ing. Otakar Pavlík

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