tř. Václava Klementa
Mladá Boleslav, 293 01
Im 20. Jahrhundert erlebte die Stadt Mladá Boleslav zwei repräsentative Ausstellungen. Für die erste dieser Ausstellungen, die Nordböhmische Ausstellung von 1912, wurde in Anknüpfung an die neuen öffentlichen Gebäude in der Palackého Straße, die die Macht der Stadt zur Jahrhundertwende repräsentieren sollten, ein würdevolles Ausstellungsareal erbaut. Dieses wurde dann im Zusammenhang mit der nächsten Nordböhmischen Ausstellung von 1927 um neue Pavillons erweitert.
Messen gibt es in Mladá Boleslav schon lange nicht mehr, die Ausstellungspavillons wurden von der Zeit davongetragen. Einer der Pavillons wurde zum Beispiel kurioser Weise auf Antrag des Gründers der Automobilfabrik von Mladá Boleslav, Václav Klement, abgerissen, da um das Pavillon herum großer Lärm herrschte, der die familiäre Ruhe in der nahe gelegenen Villa des Fabrikbesitzers störte. Was allerdings von der sehr kurzen, aber dennoch berühmten Tradition geblieben ist, ist der Name des städtischen Parks, der bis heute Výstaviště, also Messegelände, genannt wird.
Seine Dominante ist die ehemalige Musiklaube, welche zu einem gemütlichen Café umgebaut wurde. Der Ort, den wir heute getrost eine Oase der Ruhe nennen können, bietet neben vielem Grün auch interessante Skulpturen. An der Balustrade der ehemaligen Musiklaube sind Werke von V. Sapík einkomponiert – die Statuen tanzender Frauen. Im zentralen Raum finden wir einen Springbrunnen mit einem weiblichen Akt, der eine Lotosblüte in den Händen hält. Das Werk stammt von K. Kotrba. Im hinteren Teil des Parks finden wir zwischen den wunderschönen Gebäuden des städtischen Theaters und des Sokol-Gebäudes eine Statue namens Pilger. Es handelt sich um ein Denkmal von J. A. Komensky aus dem Jahre 1928, aus der Werkstätte des Bildhauers L. Šaloun.