Bezděčín
Mladá Boleslav, 293 01
Das Schutzgebiet bildet ein aufgegebener Steinbruch, dessen Betrieb in den Sechzigerjahren des 20. Jahrhunderts eingestellt wurde. Das Gebiet erstreckt sich über 1,469 ha und es wurde per Verordnung des Kreisnationalausschusses Mladá Boleslav vom 17. April 1984 eingerichtet. Das Naturdenkmal wurde vor allem wegen der wertvollen geologischen Erscheinungen und der reichhaltigen Fundstätte von Fossilien ausgerufen. Von den geschützten Pflanzenarten begegnen wir hier der Braunroten Stendelwurz (Epipactis atrorubens), die aus unserem Kreis allmählich verschwindet.
Eine bedeutende Fundstätte von Kreidefossilien und ein wichtiges statigraphisches Profil, wo die Grenzen zwischen den Schichten des mittleren Turoniums erhalten geblieben sind. Der aufgegebene Steinbruch mit senkrechten Wänden einer Höhe von 8 Metern und den Maßen 100 x 40 Meter wurde in Meeresablagerungen gegründet. Hier ist eines der erfolgreichsten Profile des mittleren Turoniums der typischen Iser-Entwicklung von Lagerstätten der böhmischen Kreide erhalten geblieben. Hier gibt es Kalksteine, Kalksandsteine und Sandsteine, die unterschiedlichste Fossilien von Meerestieren enthalten, z. B. Trigonia limbata, Lima multicostata, Pecten curvatus oder Inoceramus lamarcki. Die eigentliche Fläche des Steinbruchs bedeckt lediglich Haldenmaterial mit einem hohen Sandanteil. Es kommt zur Entwicklung armer sandiger Kalksteinböden. Die eigentliche Fläche des Steinbruchs ist waldlos, sie wächst jedoch schnell zu, vor allem mit Birken.